1. Was ist das denn?

Diaspora ist ein soziales Netzwerk mit Ähnlichkeit zu Facebook, Google+, Twitter und Co. Im Gegensatz zu den kommerziellen sozialen Netzwerken liegt der Fokus aber nicht darauf, möglichst viele Informationen der Nutzer zu sammeln und diese möglichst gewinnbringend wieder zu verkaufen, sondern auf dem genauen Gegenteil.

Gleich von Anfang an gibt es Gruppen, sogenannte Aspekte, in die man seine Freunde einordnen kann und man kann bei jedem Beitrag bestimmen ob dieser nur von einer bestimmten Gruppe, beispielsweise der Familie, gesehen werden kann oder ob die Information öffentlich für jedermann einsehbar ist. Natürlich lassen sich weitere Gruppen anlegen. Standardmäßig ist ein Beitrag für Alle Freunde sichtbar, egal welcher Gruppe sie angehören, nicht aber für Außenstehende, zu denen keine Beziehung innerhalb von Diaspora besteht.

Ein weiterer sympathischer Aspekt von Diaspora ist, dass es nicht zentral organisiert ist. Theoretisch kann jeder einen Knoten von Diaspora betreiben, einen sogenannten Pod. Das führt dazu, dass es weltweit viele Pods gibt, die von unterschiedlichen Personen oder Organisationen betrieben werden. Zwar haben andere soziale Netze auch Rechenzentren auf dem gesamten Globus verteilt aber im Gegensatz zu Diaspora hat hier der Betreiber Zugriff auf alle Daten aller Nutzer auf all seinen Servern. Eine Verwendung der Benutzerdaten ist bei Diaspora nicht mal vorgesehen. Dem entsprechend könnte allenfalls ein einzelner Betreiber, genügend kriminelle Energie vorausgesetzt, ausschließlich Missbrauch mit den Daten der Benutzer seines Pods treiben.

Hinzu kommt, dass die Großen kommerziellen Netzwerke wie Facebook, Google+ und co. über die Nutzungsbedingungen festlegen, dass ihnen die Verwertungsrechte aller Inhalte gehören, die Nutzer erstellen. Das gilt für Texte ebenso wie für Bilder, Audio und Video. Diaspora geht auch hier einen anderen Weg. Alle Inhalte, welche Nutzer erstellen, gehören inklusive aller Nutzungsrechte weiterhin dem Nutzer selbst und nicht dem Betreiber eines Pods.

Der Quellcode von Diaspora ist öffentlich zugänglich und wird von vielen Pods in der jeweils verwendeten Version gleich auf der Startseite zum Download angeboten. Das sorgt für zusätzliche Transparenz und ermöglicht es auch Experten außerhalb des Projektes nach Schwachstellen zu suchen und diese zu beheben.

Diaspora Anmeldung
Diaspora Anmeldung

2. Los geht’s

Wenn man Diaspora nutzen will, steht am Anfang, wie so häufig bei offenen Lösungen, die Qual der Wahl. Es gibt zahlreiche Pods, die sich in Bezug auf Standort, Sprache, Zuverlässigkeit und Softwareversion unterscheiden. Eine Liste findet sich unter folgendem Link:

http://podupti.me

Aufgrund recht guter Werte auf podupti.me bietet sich beispielsweise https://diasp.de an.

Hier handelt es sich um einen seit längerer Zeit sehr zuverlässig arbeitenden Pod zu handeln, der auch von seinen Benutzern mit höchster Punktzahl bewertet wird.

Die Werte lauten im einzelnen:

  • Version: 0.3.0.3 (neueste)
  • Uptime: 100,00%
  • Anmeldung: Offen
  • Benutzer: 11755
  • Beiträge: 29211
  • Alter in Monaten: 36
  • Bewertung von Benutzern: 10 von 10
  • Standort: Deutschland

Hat man sich für einen Pod entschieden, gelangt man mit einem Klick auf „Jetzt registrieren!“ zur Anmeldeseite. Die Informationen, die abgefragt werden sind recht übersichtlich. Im wesentlichen wird ein Benutzername sowie ein Passwort benötigt. Die E-Mail-Adresse muss zwar angegeben werden, wird für Benachrichtigungen über Ereignisse innerhalb Diaspora verwendet.

Im zweiten Schritt kann man ein Profilbild hochladen und mittels Schlagworten Auskunft darüber geben, was man tut, was einen interessiert, wo man lebt usw. Welche Informationen man preisgeben will, ist einem selbst überlassen. Man kann diesen Schritt auch komplett überspringen und ggf. später noch Anpassungen vornehmen.

Nun muss man noch den einen oder anderen finden, mit dem man sich vernetzen will. Dazu gibt man die Kennung des Betreffenden in die Suche ein und folgt ihm dann, nachdem er gefunden wurde über den Knopf „Kontakt hinzufügen„.

3. Volldampf voraus

Da man im Gegensatz zu Facebook und Co. bei Diaspora anfangs alleine ist und nicht gleich alle Kontakte aus dem Adressbuch mit eingebunden sind, kann man sich erstmal in Ruhe umschauen. Es bietet sich an, #NeuHier zu folgen um mal zu sehen was so los ist und wie so geschrieben wird, die Einstellungen durchforsten und ggf. noch zu ändern, was einem doch nicht gefällt.

Einige Pods bieten die Möglichkeit Freunde per Mail einzuladen, man kann aber auch einfach mal seine Diaspora-Kennung im Format Name@pod, also beispielsweise unbekannternr1@diasp.de, an Bekannte mailen und sie bitten sich anzumelden und ihre Diaspora-Kennung zurück zu mailen oder sich direkt über Diaspora zu melden.

Ich wünsche viel Spaß beim Entdecken und Experimentieren. Wie immer gilt: Wenn Ihr was interessantes herausfindet, lasst ruhig eine Info als Kommentar da, vor allem, wenn es Lesern nach Euch das Leben erleichtern könnte.

Updates:

  • 15.03.2014 – Genauere Beschreibung der Gründe für die Empfehlung von diasp.de

2 Gedanken zu „Sozial netzwerken mit Diaspora [update 15.03.2014]

  1. Frage 1 beantworte ich im Artikel.

    Zu Frage 2: ich habe es noch nicht getestet, aber ich denke, dass nach der Einbindung von beispielsweise Facebook alle als öffentlich gemachten Beiträge in Diaspora auch auf Facebook gepostet werden. Das Profil in Facebook wird sich dadurch nicht ändern. Der Vorteil ist, dass Du Facebook nur das anvertraust, was eh öffentlich ist und sein soll und alles private Diaspora nicht verlässt.

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  2. Frage: Warum kann man bedenkenlos https://diasp.de als Pod nehmen? Gib mal ein paar gute Gründe dazu an. Danke.

    Frage2: https://wiki.diasporafoundation.org/Integrating_other_social_networks#Facebook
    Hier steht beschrieben wie man Soziale Netzwerke in Diaspora einbinden kann. Was ich allerdings nicht genau verstehe ist, welchen Vorteil man hat, wenn man das über Diaspora macht, wie dann z.B. das Facebook Profil aussieht, warum das so besser ist und ob man vielleicht ein bestehendes Facebook Profil damit verlinken kann. Kannst du mir das beantworten?

    Dieser Link ist sehr interessant, weil ein paar Fragen direkt zu Diaspora beantwortet werden:
    https://wiki.diasporafoundation.org/FAQ_for_users/de

    Kommentiere

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